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Paris-Kursfahrt 2026: Eine Woche zwischen Eiffelturm und Versailles
TL;DR – die Kursfahrt in Kürze
Mit ICE und TGV ging es für das WiNa- und MeLK-Profil nach Paris, wo uns sechs Tage voller Sonne und Eindrücke erwarteten: vom Eiffelturm mit Blick auf Haussmanns Boulevards über eine selbst erstellte Rallye durch den Louvre und eine 8 km lange Stadtrallye vom Panthéon bis zum Canal Saint-Martin bis hin zu Kubismus im Musée Picasso, Architekturmodellen in der Cité de l'architecture und dem prunkvollen Schloss Versailles. Abends wurde an der Seine und am Eiffelturm gepicknickt, ein 18. Geburtstag beim Karaoke gefeiert und das Siegerteam der Stadtrallye gekürt, bevor alle wohlbehalten nach Hause zurückkehrten.
Sechs Tage, zwei Profile, eine Stadt: Vom 4. bis 9. Oktober waren das WiNa- und das MeLK-Profil gemeinsam in Paris unterwegs.
Tag 1: Mit 311 km/h in die Stadt der Lichter
Am Sonntag ging es mit dem ICE zunächst mit bis zu 260 km/h fast pünktlich in Richtung Frankreich, dann übernahm der TGV, der es sogar auf 311 km/h brachte. Zwar handelte es sich um ein etwas älteres Modell und auch der französische Zug kam mit leichter Verspätung an, doch in Paris empfing uns bestes Sonnenwetter. Die Sonnenbrillen kamen sofort zum Einsatz.
Nach einem kurzen Zwischenstopp im Generator Hostel machten wir uns auf den Weg zum Eiffelturm. Dort wartete die erste Herausforderung: Eine Metrolinie war ausgefallen, wir mussten auf den Bus ausweichen und dessen Fahrer verfuhr sich auch noch. Dank der Französischkenntnisse unserer Gruppe fanden wir aber schnell eine Lösung und schafften es gerade noch rechtzeitig zu unserem Zeitfenster: Mit unseren Tickets ging es bis ganz nach oben auf die Spitze.
Der Ausblick war sehr beeindruckend und für unseren Erdkundekurs ein echter Glücksfall: Bei klarer Sicht lag uns die Stadt wie ein Lehrbuch der Stadtgeografie zu Füßen. Deutlich zu erkennen waren die breiten Boulevards und sternförmigen Plätze, die Baron Haussmann im Auftrag Napoleons III. ab 1853 durch die mittelalterliche Stadt schlagen ließ, etwa am Arc de Triomphe, von dem zwölf Avenuen strahlenförmig abgehen. Dazwischen reihen sich die typischen Haussmann-Bauten mit ihren einheitlichen Traufhöhen und hellen Kalksteinfassaden. Von oben ließ sich auch der Gedanke der Zentralität anschaulich nachvollziehen: Paris ist das unangefochtene Zentrum Frankreichs, in dem Politik, Wirtschaft und Kultur zusammenlaufen.
Auf einem anderen Weg ging es anschließend zurück, wobei wir noch den funkelnden Eiffelturm bewundern konnten. Ein besonderes Highlight erlebten die Lehrkräfte zum Abschluss des Tages: Sie begrüßten Modeschöpfer Jean Paul Gaultier bei seiner Ankunft zu einer Fashion-Gala.
Tag 2: Von der Burg zum Weltmuseum
Bei strahlendem Sonnenschein trafen wir uns am Morgen an der berühmten Glaspyramide. Trotz Reservierung öffnete der Louvre seine Tore erst später, entsprechend voll wurde es. Das ist allerdings kein Wunder: Der Louvre ist das meistbesuchte Museum der Welt und zählte 2025 rund 9 Millionen Besucher*innen, etwa doppelt so viele, wie der Eingang unter der Pyramide ursprünglich bewältigen sollte.
Was die wenigsten wissen: Der Louvre war ursprünglich gar kein Palast, sondern eine Burg. Um 1190 ließ König Philipp II. August hier eine Festung am damaligen Westrand von Paris errichten, um die Stadt gegen Angriffe aus der Normandie zu schützen. Heute liegt der Louvre mitten im Zentrum, ein eindrucksvolles Beispiel für Stadtwachstum. Die Reste der alten Burgmauern sind im Untergeschoss noch zu sehen.
Die beiden Profile gingen getrennte Wege: Während das MeLK-Profil vor Ort selbst zeichnete, machte sich das WiNa-Profil auf die Suche nach 15 großartigen Gemälden und Skulpturen. Da sämtliche Audioguides bereits reserviert waren, erstellten wir kurzerhand mithilfe von KI eine eigene Rallye durch die rund 35.000 ausgestellten Werke, mit dem Schwerpunkt auf Geografie und Mathematik.
Die Schüler*innen erfuhren, dass der Granit des Großen Sphinx rund 1.000 km nilabwärts transportiert wurde, dass die Venus von Milo auf einer Vulkaninsel der Kykladen gefunden wurde und dass Marmor und Sockel der Nike von Samothrake von verschiedenen Ägäisinseln stammen, ein Zeichen für das antike Handelsnetz im Mittelmeer. In den Gemächern Napoleons III. schloss sich der Kreis zum Vortag: Hier lebte der Kaiser, der Paris durch Haussmann umbauen ließ.
Auch die Mathematik kam nicht zu kurz, etwa beim Berechnen des Neigungswinkels der Glaspyramide oder bei der Frage, wie oft die Mona Lisa flächenmäßig in Veroneses riesige „Hochzeit zu Kana“ passt (rund 165-mal). Zum Abschluss ging es zum Codex Hammurapi aus Babylon. Dort lernten die Schüler*innen, dass die Babylonier im 60er-System rechneten, das bis heute nachwirkt: Daher hat eine Stunde 60 Minuten und ein Kreis 360 Grad.
Das WiNa-Profil absolvierte die Rallye in knapp unter drei Stunden und es war beeindruckend, mit wie viel Ausdauer und Konzentration sich die Schüler*innen durch alle 15 Stationen gearbeitet haben: Trotz voller Säle wurde gerechnet, gemessen und diskutiert.
Nach dem Louvre zog es das Lehrkräfteteam in die Galeries Lafayette, um dort ein riesiges Croissant zu probieren, vielleicht sogar das größte der Welt. Am Abend trafen sich beide Gruppen, um mit Baguette und anderen typisch französischen Speisen und Getränken gemeinsam den Tag ausklingen zu lassen.
Tag 3: Von römischen Ruinen bis Picasso
Am Dienstagvormittag erkundeten die beiden Profile Paris auf ganz unterschiedliche Weise: Während das MeLK-Profil auf den Spuren der Künstler*innen unterwegs war, nahm das WiNa-Profil die Stadt unter mathematisch-geografischen Gesichtspunkten unter die Lupe. In Teams ging es auf eine rund 8 km lange Stadtrallye, komplett zu Fuß und mit vielen lustigen Gruppen-Selfies als Fotobeweis.
Zunächst war die Sorge groß, denn wegen eines Streiktags drohte das Panthéon geschlossen zu bleiben. Die Zeit bis zur Öffnung nutzten wir für einen Abstecher zu den Arènes de Lutèce, einem römischen Amphitheater aus dem 1. Jahrhundert und damit einem der ältesten Bauwerke von Paris. Mitten zwischen Wohnhäusern zeigt es, dass die Stadt als römisches Lutetia ihren Anfang nahm.
Zum Glück öffnete das Panthéon doch, während draußen gegen die Spaltung der Gesellschaft demonstriert wurde. Drinnen sahen wir das Foucaultsche Pendel, mit dem Léon Foucault hier 1851 erstmals öffentlich die Erdrotation nachwies, und in der Krypta das Grab von Marie Curie, die 1995 als erste Frau für ihre eigene Leistung aufgenommen wurde.
Weiter ging es auf die Île de la Cité, die Keimzelle von Paris: Die Insel bot einen Flussübergang an schmaler Stelle und natürlichen Schutz durch das Wasser. Vor Notre-Dame suchten die Teams den Point zéro, von dem aus alle Straßenentfernungen ab Paris gemessen werden. An der Seine bestimmten sie die Fließrichtung und erfuhren, dass das seit 1923 geltende Badeverbot nach einer milliardenschweren Sanierung seit 2025 an einigen Stellen wieder aufgehoben ist.
Am Louvre ging der Blick entlang der historischen Achse über Concorde und Arc de Triomphe bis nach La Défense. Bei den Galeries Lafayette ging es um die Frage, warum Haussmann Paris so radikal umbaute: für Hygiene, Verkehr und Kontrolle. Zum Abschluss führte die Route an den Canal Saint-Martin, wo sich der Wandel eines Arbeiterviertels zum Szeneviertel und damit Gentrifizierung hautnah beobachten ließ.
Am Nachmittag ging es gemeinsam ins Musée Picasso. Dort lernten die Schüler*innen den Kubismus kennen oder vertieften, was sie aus dem Unterricht bereits kannten.
Am Abend saßen alle gemeinsam an der Spitze der Île de la Cité. Während links und rechts auf der Seine die Schiffe vorbeizogen, ließen wir den Tag bei Baguette und Käse ausklingen.
Tag 4: Architektur, Atempause und Karaoke
Am Mittwochvormittag besuchten wir die Cité de l'architecture et du patrimoine. Dort bestaunten wir detailgetreue Modelle von Notre-Dame, dem Arc de Triomphe und vielen weiteren Bauwerken. Auch die moderne Stadtplanung kam nicht zu kurz und es wurde deutlich, wie Bahnhofshallen und der Eiffelturm aus Eisen gebaut wurden, Wunderwerke der Industrialisierung.
Besonders beeindruckt waren die Schüler*innen von unserer Führerin, einer Kunstgeschichtsstudentin, die uns auf Deutsch durch das Museum führte. Eine Museumsführung auf Französisch konnte sich niemand von uns so recht vorstellen.
Danach stand ein langer Freizeitblock auf dem Programm, den viele nutzten, um endlich einmal ordentlich Schlaf nachzuholen. Am Abend zog es die ganze Gruppe in eine Karaoke-Bar, denn eine Schülerin feierte ihren 18. Geburtstag und wurde lautstark und mit viel Begeisterung gefeiert.
Tag 5: Gold, Spiegel und Siegerehrung
Am Donnerstagvormittag ging es nach Versailles. Unter blauem Himmel bestaunten wir das prunkvolle Schloss mit seinen goldverzierten Räumen und dem berühmten Spiegelsaal.
Am Abend trafen sich alle zu einem gemeinsamen Picknick am Fuße des Eiffelturms. Dort fand auch die feierliche Siegerehrung der Stadtrallye statt: Gewonnen hat das Team „Sauf“. Auf französischen Verkehrsschildern bedeutet „sauf“ übrigens „außer“ oder „abgesehen von“ und hat nichts mit Alkohol zu tun. Herzlichen Glückwunsch!
Tag 6: Ausschlafen und Abschied
Am Freitag durften die Schüler*innen zum ersten Mal ausschlafen, denn das Frühstück gab es nicht schon um 7 Uhr. Das sorgte für große Freude. Mittags ging es dann mit dem TGV zurück und am Abend kamen alle wohlbehalten wieder zu Hause an.
Fazit
Hinter uns liegt eine erlebnisreiche Woche voller Eindrücke: von römischen Ruinen über Meisterwerke der Kunst bis zu Haussmanns Boulevards, von Kubismus bis Karaoke. Paris hat sich von seiner sonnigsten Seite gezeigt und die Schüler*innen haben mit viel Neugier, Ausdauer und guter Laune die Stadt erkundet.
Am besten fasst es wohl ein Schüler zusammen, der die ganze Woche über immer wieder feststellte: „Oh, wie ist das schön hier!“