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Wenn Lernen Spaß macht: IGS.
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Regionalentscheid "Jugend debattiert" an der IGS Osnabrück – Ein Tag für Demokratie und Dialog

27. Januar 2026: Wenn Geschichte und Gegenwart sich begegnen

Es war ein besonderer Morgen an der IGS Osnabrück. Während draußen der Winter über dem Schulgelände lag, füllte sich das Forum allmählich mit Leben. Schüler*innen aus sechs Schulen der Region, ihre begleitenden Lehrkräfte, Juror*innen – alle waren sie gekommen, um am Regionalentscheid "Jugend debattiert" teilzunehmen. Dass dieser Tag auf den 27. Januar fiel, den internationalen Holocaust-Gedenktag, verlieh der Veranstaltung eine zusätzliche Dimension: Denn was an diesem Tag im Mittelpunkt stand – das freie Wort, der respektvolle Austausch, die Fähigkeit, auch kontroverse Themen sachlich zu diskutieren – all das sind Grundpfeiler einer demokratischen Gesellschaft, die niemals selbstverständlich sind.

Eine Schule mit Debattier-Tradition

Für die IGS Osnabrück war dieser Tag gleichzeitig Höhepunkt und Herausforderung. Nach drei aufeinanderfolgenden Siegen beim Regionalentscheid – Odilo (2023), Leonie (2024) und Yaron (2025) fuhren alle nach Hannover zum Landesentscheid – trat die Schule nun erstmals als Gastgeberin auf.

Den Schulentscheid der Sekundarstufe I Ende 2025 hatten Jan Felix und Nils gewonnen und vertraten nun im Regionalentscheid die IGS. Beim Schulentscheid der Sekundarstufe II Anfang 2026 setzten sich Jan Josef und Jannik durch und qualifizierten sich damit für den heutigen Regionalentscheid. Jannik musste allerdings krankheitsbedingt aussetzen und wurde durch Lotte vertreten.

Sechs Schulen, ein Ziel

Der Regionalverbund "Osnabrücker Haseland" umfasste in diesem Jahr sechs Schulen, die alle mit ihren besten Debattant*innen angereist waren:

  • IGS Melle mit der größten Jury-Delegation (5 Juror*innen)
  • Gymnasium Bersenbrück
  • Greselius-Gymnasium Bramsche
  • August-Benninghaus-Schule Ankum
  • Angelaschule Osnabrück (erstmals dabei)
  • Ursulaschule Osnabrück (ebenfalls neu im Verbund)
  • IGS Osnabrück als Gastgeberin

Insgesamt waren 16 Juror*innen im Einsatz. Die Schulkoordination lag in den Händen von Christoph Spieker, unterstützt bei Planung, Organisation und Durchführung von Matthias Lauxtermann und Matthias Bennett.

Eröffnung durch den Schulleiter

Schulleiter Stefan Knoll begrüßte die anwesenden Debattant*innen und Juror*innen mit einer Eröffnungsrede, in der er die Bedeutung des Tages würdigte. Besonders betonte er, wie wichtig Fakten und Sachlichkeit in einer Debatte sind – Werte, die gerade in unserer Zeit des schnellen Informationsaustauschs und der vielen Meinungen von zentraler Bedeutung sind.

Themen, die bewegen

Die Debattenthemen spiegelten die Vielfalt gesellschaftlicher Diskussionen wider und forderten die Teilnehmenden heraus, sich in Positionen hineinzudenken, die ihnen zunächst vielleicht fremd waren.

In den Qualifikationsrunden debattierte die Altersgruppe 1 (Sekundarstufe I) über:

  • Soll auf allen öffentlichen Plätzen in unserer Region kostenloses WLAN angeboten werden?
  • Soll für Privatgärten eine insektenfreundliche Gestaltung vorgeschrieben werden?

Das Finalthema der Altersgruppe 1 lautete:

  • Sollen für schriftliche Prüfungen in der Oberstufe Anwendungen mit künstlicher Intelligenz als Hilfsmittel zugelassen werden?

In den Qualifikationsrunden setzte sich die Altersgruppe 2 (Sekundarstufe II) auseinander mit:

  • Sollen »kaufe jetzt, zahle später«-Bezahlmodelle bei Online-Käufen verboten werden?
  • Sollen Lokalzeitungen staatliche Förderung erhalten?

Das Finalthema der Altersgruppe 2 lautete:

  • Soll die Veröffentlichung von Wahlumfragen im Vorfeld von Wahlen verboten werden?

Besonders die Frage zu Wahlumfragen hatte vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Debatte eine besondere Brisanz – gerade am Holocaust-Gedenktag wurde deutlich, wie wichtig eine funktionierende demokratische Öffentlichkeit und freie Meinungsbildung sind.

Ein intensiver Vormittag

Um 9:25 Uhr begannen die ersten Qualifikationsrunden. In sechs Räumen gleichzeitig – parallel und doch verbunden durch den gleichen Geist des fairen Wettstreits – traten jeweils vier Debattant*innen gegeneinander an. Zwei vertraten die Pro-Seite, zwei die Contra-Seite, und alle mussten sich auf Positionen einlassen, die sie möglicherweise gar nicht teilten. Genau das ist die hohe Kunst des Debattierens: überzeugend argumentieren, auch wenn das Herz eine andere Sprache spricht.

In Debatte 1 der Altersgruppe 1 diskutierten Nils (IGS Osnabrück) und ein Schüler der IGS Melle auf der Pro-Seite gegen Teilnehmende vom Gymnasium Bersenbrück und der August-Benninghaus-Schule über kostenloses WLAN in der Region. Die Jury unter Vorsitz des Greselius-Gymnasiums bewertete Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft.

Zeitgleich lief in Raum 2 die Debatte zwischen Vertreter*innen der IGS Melle und des Greselius-Gymnasiums gegen Jan Felix (IGS Osnabrück) und einen Teilnehmer der Angelaschule, während in Raum 3 Debattant*innen vom Gymnasium Bersenbrück, der August-Benninghaus-Schule, dem Greselius-Gymnasium und der Angelaschule aufeinandertrafen.

Die Altersgruppe 2 debattierte zur gleichen Zeit in drei weiteren Räumen über "Kaufe jetzt, zahle später"-Bezahlmodelle. In den drei parallelen Debatten standen sich Vertreter*innen vom Gymnasium Bersenbrück, der Ursulaschule, der Angelaschule, dem Greselius-Gymnasium und Lotte sowie Jan Josef (beide IGS Osnabrück) gegenüber, während auch Teilnehmende der IGS Melle ihr Können unter Beweis stellten.

Nach einer kurzen Pause begann die zweite Qualifikationsrunde mit neuen Themen und komplett neu zusammengesetzten Debatten. Nun ging es in der Altersgruppe 1 um insektenfreundliche Gärten, während die Älteren über staatliche Förderung für Lokalzeitungen stritten – ein Thema, das gerade in Zeiten des Medienwandels hochaktuell ist.

Besonders spannend: Die Rollen wechselten. Wer in der ersten Runde Pro argumentierte, musste nun möglicherweise Contra vertreten. So wechselten die Perspektiven und forderten echte Flexibilität im Denken.

Mehr als ein Wettbewerb

Zwischen den Debatten herrschte konzentrierte, aber freundliche Atmosphäre. Die Verköstigung während des Tages mit leckeren Snacks sowie Warm- und Kaltgetränken wurde gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Osnabrück und den Förderverein der IGS Osnabrück. Auch das Mittagessen war für alle Teilnehmenden kostenfrei.

Die Stimmung zeigte: "Jugend debattiert" ist mehr als ein Wettbewerb. Es ist eine Gemeinschaft von jungen Menschen, die gelernt haben, dass man inhaltlich hart streiten und gleichzeitig respektvoll miteinander umgehen kann. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten oft von Polemik und Vereinfachung geprägt sind, setzten diese Schüler*innen ein anderes Zeichen.

Das Finale: Jan Felix überzeugt in der Sekundarstufe I

Aus den Qualifikationsrunden hatte sich Jan Felix von der IGS Osnabrück für das Finale der Sekundarstufe I qualifiziert. Im Forum, vor großem Publikum und unter den Augen der Ehrengäste, debattierte er über die hochaktuelle Frage: "Sollen für schriftliche Prüfungen in der Oberstufe Anwendungen mit künstlicher Intelligenz als Hilfsmittel zugelassen werden?" – ein Thema, das gerade in Schulen für intensive Diskussionen sorgt.

Besonderer Besuch: Die Oberbürgermeisterin im Forum

Zum Finale war Oberbürgermeisterin Katharina Pötter ins Forum gekommen, die sich sehr begeistert vom Konzept von "Jugend debattiert" zeigte. In ihrer Rede machte sie deutlich, wie wichtig das Zuhören und das Aushalten von anderen Meinungen ist, ebenso wie der sachliche Austausch – Fähigkeiten, die in einer Demokratie unerlässlich sind. Gerade angesichts des Holocaust-Gedenktags betonte sie die Bedeutung dieser demokratischen Grundwerte.

Sie war sichtlich beeindruckt von der fachlichen Tiefe der Debatten, der Ausdrucksfähigkeit der Teilnehmenden, ihrer Gesprächsfähigkeit und der Art und Weise, wie die Schüler*innen aufeinander eingingen. Die Debatten fand sie so spannend, dass sie versprach, wenn es zeitlich passt, auch einmal zu einem Schulentscheid zu kommen – eine Einladung, die wir sicherlich gerne aussprechen werden.

Ein Tag zwischen Erinnerung und Zukunft

Am Nachmittag standen die Sieger*innen fest und die Qualifikation für den Landesentscheid in Hannover fest.  Dieser 27. Januar 2026 ist mehr gewesen als ein Wettbewerb. Es ist ein Tag gewesen, an dem junge Menschen gezeigt haben, dass die Werte, für die wir am Holocaust-Gedenktag einstehen – Menschenwürde, Meinungsfreiheit, demokratischer Dialog – keine abstrakten Ideale sind, sondern gelebte Praxis. Ein Tag, an dem aus Erinnerung Verantwortung für die Zukunft wurde.

Wir freuen uns bereits jetzt auf den nächsten Regionalentscheid im kommenden Jahr – dann allerdings an einer anderen Schule des Verbunds - und danken allen teilnehmenden Schüler*innen, den Juror*innen und der Stiftung der Sparkasse sowie dem Förderverein.

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