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Wenn Lernen Spaß macht: IGS.
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Una experiencia inolvidable – drei Monate Schüleraustausch in Colombia „el país de la belleza“

Passend zu den Osterferien gingen für sieben IGS Schüler*innen des 11. Jahrgangs spannende drei Austauschmonate in Kolumbien an unserer Partnerschule „Colegio Alemán Deutsche Schule Barranquilla“ zu Ende.

Mit vielen Eindrücken im Gepäck kehrten sie in ihre Heimat zurück und berichteten begeistert von ihren Erlebnissen und neuen Freundschaften wie bereits eine Schülerin, die schon im Herbst zum Schüleraustausch in Kolumbien war.

Ihre persönlichen Eindrücke des Schüleraustausches schildern die Schüler*innen wie folgt:

 

 … was waren unsere ersten Eindrücke? 

Das andere Klima an der kolumbianischen Küste ist uns direkt aufgefallen und an die Hitze mussten wir uns die ersten Tage gewöhnen. Die privaten Häuser haben alle Klimaanlagen, diese werden meistens jedoch nur zum Schlafen angeschaltet. 

Auch die Gastfreundlichkeit und Offenheit der Kolumbianer ist uns direkt sehr positiv aufgefallen. Neue Menschen, die man kennengelernt hat, waren immer sehr interessiert und unsere Gastfamilien haben immer viel Verständnis für uns gehabt. Alle waren sehr offen und gaben uns das Gefühl als wäre man immer und überall bei Ihnen willkommen.

Außerdem sind die Sicherheitsvorkehrungen uns schnell aufgefallen. Die Sicherheit ist für alle ein großes Thema. Beinahe jedes Haus ist komplett umzäunt, viele haben mehrere Schlösser und Gitter an den Fenstern. Es gibt auch große Wohnanlagen mit Hochhäusern, dort gibt es Wachmänner an den Eingängen und eingezäunte Freizeitbereiche mit Pools, Basketballplätzen oder Gärten. Dadurch ist die Freiheit in Kolumbien natürlich etwas eingeschränkt, wir wurden eigentlich überall mit dem Auto hingebracht und ein Treffen mit Freunden wurde immer über die Eltern organisiert. Trotzdem fühlten wir uns in Kolumbien immer sicher. Da man eigentlich nie oder selten ohne seine Familie unterwegs ist, braucht man sich um die Sicherheit eigentlich keine Gedanken machen.

Natürlich ist auch die Tierwelt und Natur ganz anders als in Deutschland. Wir haben auf etlichen Ausflügen einen Eindruck von den dort lebenden Tieren und ihrem Lebensraum bekommen und die außergewöhnlichsten und schönsten Landschaften gesehen, die uns außerhalb des Stadtlebens auch noch die unberührte Landschaft von Kolumbien zeigten.

 

Kulturelle Erlebnisse und Feste in Kolumbien

Kolumbien hat einige schöne und aufregende Feste und man kann dort viel erleben. Viele von uns Austauschschülern hatten das Glück während des Karnevals in Kolumbien zu sein, das wohl größte Fest im Jahr für alle Kolumbianer. Alle sind bunt angezogen und sind sehr auffällig gekleidet. Es gibt riesige Paraden mit tanzenden Menschen in Kostümen, die ebenfalls auffällig, gruselig oder lustig sein können. Die verkleideten Menschen tanzen die ganze Parade lang (kann bis zu 15 km sein) und zwischendurch fahren auch LKWs mit lauter Musik und singenden Menschen die Parade entlang. Die Zuschauer sitzen auf Tribünen und tanzen oder „maizena“ (weißes Pulver) oder sprühen mit „espuma“ (weißer Schaum). Daher ist es eigentlich unmöglich unversehrt vom Karneval zurück zu kommen. Das Highlight am Karneval in Kolumbien ist für viele die Königin, die jedes Jahr neu gewählt wird. Auch in der Schule gibt es für jeden Jahrgang eine Königin und einen König, die neben der Tanzaufführung vom ganzen Jahrgang noch einen Paartanz aufführen. Obwohl Karneval mit Abstand das größte Fest in Kolumbien ist, gibt es auch noch andere, wie z.B. die „Feria de las Flores“ (Blumenfest) oder den „Día de los muertos“ (Allerseelen).

 

Sprachliche Herausforderung

In den meisten Gastfamilien können die Eltern nur Spanisch sprechen, das hilft enorm die Alltagssprache zu verstehen und anzuwenden, da man quasi genötigt wird sich auf Spanisch zu unterhalten.

In der Schule sind alle Fächer auf Spanisch außer Deutsch, Biologie und Geschichte. In den deutschsprachigen Fächern kann man natürlich glänzen und sich beteiligen, aber wenn man gut aufpasst, wird es auch in den anderen Fächern mit der Zeit immer leichter etwas zu verstehen. Selbst diejenigen von uns, die vor Abreise noch kaum ein Wort Spanisch konnten, haben sich schnell reingehört und kamen „mit Händen und Füßen“ und ihren guten Englischkenntnissen gut klar.

Am meisten lernt man aber natürlich durch die Gespräche mit Gleichaltrigen in seiner Freizeit, ob man nur mit seiner/seinem Austauschschüler/in geredet hat oder auch mit dessen Freunden.

 

Natur in Kolumbien

Kolumbien, eines der Länder mit der größten Vielfalt an Arten weltweit, ist ein wahres Naturparadies. Die Lage des Landes bietet eine unglaubliche Vielfalt an Landschaften, was dann auch zu vielen Ökosystemen führt. Man hat die Karibikküste mit einer großen Vielfalt an Tieren und Landschaften. Es gibt den Tayrona Nationalpark, ein geschütztes Gebiet mit einem dichten Dschungel und einer reichen Tierwelt. In der Nähe von Barranquilla gibt es das höchste Küstengebirge, welches in Santa Marta liegt. In dem gleichen Staat, in dem Santa Marta liegt, gibt es noch verschiedenste Korallenriffe. Wenn man von Barranquilla weiter ins Land fährt, kommt eine Savanne, in welcher sich die Landschaft extrem ändert. Es ist viel wärmer dort und die Luftfeuchtigkeit ist sehr viel niedriger als an der Küste.

 

Das Bildungssystem in Kolumbien

Das kolumbianische Bildungssystem unterscheidet sich in vielen Aspekten zum Deutschen. Es ist in vier Hauptstufen unterteilt: Vorschule, Kindergarten, Grundschule und Sekundarschule. Die Kinder werden im Alter von 5-6 Jahren eingeschult. Die weiterführende Schule wird in Kolumbien lediglich in Privatschule und öffentliche Schule gegliedert. Auf beiden dieser Schulen macht man den selben Abschluss, jedoch wird er auf einer öffentlichen Schule vom Staat bezahlt. Auf einer Privatschule wird alles von den Eltern finanziert, wodurch oft bessere Ressourcen zur Verfügung stehen.

Doch auch der Unterricht ist nicht der Selbe wie wir ihn in Deutschland kennen.Wir besuchten die 10. Klasse im Colegio Alemán Barranquilla. Das Schuljahr fängt hier nämlich im Januar an und endet im November. Die Schule beginnt schon um 7 Uhr morgens, also eine Stunde früher als gewohnt. Am Anfang fiel einem das Aufstehen um 5 Uhr in der Früh schwer, mit der Zeit hat man sich aber daran gewöhnt.

Zur Schule wurde man immer mit dem Auto gebracht. Bus, Fahrrad oder Laufen war keine Option. Das liegt hauptsächlich daran, dass es zu riskant ist, alleine zu Fuß zu gehen oder Bus zu fahren, wegen der starken Kriminalität in Kolumbien. Um die Schule zu betreten, mussten die Schüler*innen ihr Gesicht in einen kleinen Computer einscannen, welcher dann überprüft, ob du auch wirklich Schüler*in dieser Schule bist und dir ein Eingangstor öffnet. In der Schule angekommen kann man erst um 6.40 Uhr in die Klassenräume gehen, weswegen man noch genug Zeit hatte, um mit seinen Freunden zu reden.

Was ungewohnt war, ist das Verhältnis zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen. Zur Begrüßung umarmen und küssen sich Schüler*innen und Lehrer*innen auf die Wange. Man hat das Gefühl, sie befinden sich eher auf einer freundschaftlichen Ebene; anders als in Deutschland, wo Respekt gegenüber den Lehrkräften durch beispielsweise das Siezen sehr wichtig ist. 

Die Inhalte und Aufgabenstellungen im Unterricht sind auf einem sehr niedrigen Niveau. Sie sind oft sehr unkompliziert und leicht zu bewältigen, zumindest für uns Deutsche. Viele Aufgaben haben mit der kolumbianischen Kultur zu tun, z.B. die im Deutschunterricht. Nicht zu vergessen sind die Tests. Oft gibt es Multiple Choice Aufgaben und andere einfache Aufgabenformate, was in Deutschland eher nicht der Fall ist. Auch das politische Wissen und Denken wird in der kolumbianischen Schule viel weniger gefördert als in deutschen Schulen. Es gibt keinen Politikunterricht und die meisten Jugendlichen scheinen sich auch gar nicht mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Kurz gesagt: Das kolumbianische Bildungssystem setzt einen starken Fokus auf kulturelles und gesellschaftliches Bewusstsein, oft mit einem Schwerpunkt auf die Geschichte und Geografie Kolumbiens. Soziale und emotionale Aspekte stehen im Vordergrund.

 

Essen in Kolumbien

Das kolumbianische Essen unterscheidet sich in vielen Hinsichten vom deutschem Essen. Insgesamt isst man viele fettige Speisen. Zum Beispiel die frittierten „Empanadas“, welche typisch für Kolumbien sind. Auch Mais wird beispielsweise frittiert und mit Zucker gegessen.

Ein Hauptnahrungsmittel in Kolumbien ist der Reis. Dieser wird fast täglich gegessen; sei es als Reispfanne oder als Beilage für fast alle Gerichte mit Fleisch. Denn Fleisch wird sehr viel gegessen. Gerade Hähnchen ist sehr beliebt.

Was ein Unterschied zu Deutschland ist, ist auf jeden Fall, dass in Kolumbien viel mehr warmes Essen gegessen wird. Morgens, mittags und abends und das, obwohl das Klima in Kolumbien an sich viel wärmer ist als in Deutschland.

Ein für uns ganz neues Lebensmittel war die Kochbanane. Diese ist in Deutschland natürlich gar nicht üblich. Die Kochbanane wurde oft frittiert und wie Pommes als Beilage mit Salz gegessen. Aus der Kochbanane wurde auch Brei gemacht, dieser wird dann mit Tomatensoße und Käse gegessen. Auch ist es beliebt die Banane zu backen, was dann ehr süßlich schmeckt. Die Wurzel Yucca ist uns in Kolumbien oft begegnet. Auch sie wird gekocht oder frittiert gegessen und oft als Beilage verwendet. Ein weiteres Gericht, dass viele von uns in Kolumbien oft gegessen haben, ist „Salchipapa“. „Salchipapa“ besteht aus Pommes, Wurst, Soße und Käse und ist ein sehr populäres Street Food Gericht. Wir haben es oft mit dem Döner verglichen, da es auch gerne mal als Mitternachtssnack auf die Schnelle gegessen wird und man überall Lokale findet, wo „Salchipapa“ angeboten wird. 

Außerdem sind generell frische Früchte und und frisches Gemüse sehr beliebt. Gerade Avocados und Papayas. Passend dazu gibt es viele Säfte, wie z. B. der Mandarinen Saft.

Die Region in Barranquilla ist zudem sehr bekannt für ihren Käse. Dieser nennt sich „Queso Costeño“ und sah aus wie Feta. 

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