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Wenn ein USA Austausch seine eigenen Geschichten schreibt – Von Rheinromantik, Hauptstadtflair und neuen Freundschaften
Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Begegnungen. Im Schulalltag, in den Gastfamilien und bei den gemeinsamen Aktivitäten wuchsen die deutschen und amerikanischen Schüler*innen schnell zusammen. Beim Cheerleading und American Football mit dem Jahrgang Wolken wurde gemeinsam gelacht, ausprobiert und angefeuert; ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Sport Menschen verbindet. Gleichzeitig präsentierten die amerikanischen Gäste ihre Heimat im Jahrgang Entdecker und beantworteten zahlreiche interessierte Fragen zum Leben in den USA. Besonders bereichernd war außerdem der interkulturelle Workshop in Kooperation mit der Universität Osnabrück. Durch abwechslungsreiche Kommunikationsübungen wurde deutlich, wie Offenheit und gegenseitiges Verständnis kulturelle Brücken bauen können.
Natürlich durfte auch das gemeinsame Entdecken Deutschlands nicht fehlen. Bei hochsommerlichen Temperaturen führte der Austausch zunächst nach Bremerhaven und Bremen. Im Deutschen Auswandererhaus begaben sich die Teilnehmer*innen auf die Spuren der Menschen, die einst ihre Heimat verließen und in Amerika ein neues Leben begannen. Anschließend blieb Zeit, durch die Bremer Altstadt zu schlendern und den berühmten Bremer Stadtmusikanten einen Besuch abzustatten, denn auch ein Märchen gehört zu einer guten Geschichte dazu.
Das wohl märchenhafteste Kapitel schrieb der Austausch jedoch am Mittelrhein. Schon die Anreise hatte das Zeug zu einer Geschichte, die sicherlich noch oft erzählt werden wird: Aus der geplanten Zugfahrt wurden zehn Stunden mit acht Umstiegen und vier Stunden Verspätung. In Bacharach angekommen wartete dafür eine Jugendherberge wie aus dem Märchen. Hoch über dem Rhein fühlten sich die Teilnehmer*innen fast wie Prinzessinnen und Prinzen in einem Burgturm – nur dass der märchenhafte Luxus bei 38 Grad etwas anders aussah. Statt Klimaanlage gehörte der eigene Fächer zur wichtigsten Ausrüstung, um sich in den denkmalgeschützten Gemäuern etwas Abkühlung zu verschaffen. Belohnt wurde die Gruppe dafür mit traumhaften Ausblicken auf die Burgen und Schlösser des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal, die den Aufenthalt zu einem ganz besonderen Erlebnis machten.
Zum Abschluss führte die Reise nach Berlin. Rund um den amerikanischen Independence Day am 4. Juli setzte das Programm einen besonderen Schwerpunkt auf die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit. Zwischen historischen Orten, spannenden Museumsbesuchen und vielfältigen Eindrücken blieb auch Raum für Kreativität: Beim Graffiti-Workshop lernten die Jugendlichen zunächst die Geschichte der Berliner Street-Art-Szene kennen, bevor sie selbst zur Spraydose greifen konnten. Die moderne Jugendherberge und genügend Freizeit zum eigenständigen Erkunden der Hauptstadt rundeten den Aufenthalt ab.
Am Ende zeigte sich einmal mehr, dass die schönsten Geschichten eines Austauschs nicht im Programmheft stehen. Sie entstehen in den Gastfamilien, bei gemeinsamen Gesprächen, auf langen Zugfahrten, beim Staunen über neue Orte und beim Abschied, wenn aus Austauschpartner*innen Freund*innen geworden sind. Genau diese Geschichten machen den USA-Austausch so besonders und werden sicherlich noch lange weitererzählt.
Die Schüleraustauschbegegnung wurde u. a. aus Mitteln des German American Partnership Program (GAPP) des Auswärtigen Amts gefördert und durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz unterstützt.