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Zwei Tage Ruhrgebiet: Kohle, Stahl und ein "Schloss" über der Ruhr
Am Montagmittag nach dem Unterricht machten sich beide Erdkundeleistungskurse der Profile WiNa und SpRa Abi 2027 auf den Weg ins Ruhrgebiet.
Erster Halt war die Zeche Zollverein in Essen, einst die größte Steinkohlenzeche der Welt und heute UNESCO-Welterbe. Bei der Führung über das weitläufige Gelände wurde greifbar, unter welchen Bedingungen die Bergleute hier gearbeitet und gelebt haben. Den Abend ließen wir an der Jugendherberge ausklingen, die schön in der Nähe der Ruhr liegt. Bei Kartenspielen und einer ausgelassenen Runde Verstecken im angrenzenden Wald kam der erste Tag zu einem entspannten Ende.
Am nächsten Morgen durfte ausnahmsweise etwas länger geschlafen werden, bevor die Villa Hügel auf dem Programm stand. Der frühere Wohnsitz der Familie Krupp führte eindrücklich vor Augen, welchen Reichtum und Einfluss die Familie einst besaß. Für eine Schülerin war dieses imposante "Schloss" der schönste Moment der ganzen Fahrt.
Den Höhepunkt bildete die Werksbesichtigung bei ThyssenKrupp Steel in Duisburg. Am meisten beeindruckte die Gruppe das Oxygenstahlwerk, wo sich beobachten ließ, wie die Schlacke vom flüssigen Stahl getrennt wird. Im Walzwerk verfolgten wir anschließend, wie aus den rund zehn Zentimeter dicken Brammen in mehreren Stufen Stahlband von nur wenigen Millimetern Dicke entsteht. Vor allem die schiere Größe der Anlagen ließ niemanden kalt.
Die Eindrücke waren so vielfältig wie die Stationen selbst. „Ich fand das grad richtig cool – alles vorbereitet, und dann kommt am Ende so das Produkt dabei raus", sagte einer der Schüler über das Stahlwerk. „Die Größe der Anlage war sehr beeindruckend", fand eine weitere Schülerin. Eine weitere Schülerin schlug sogar die Brücke zum Deutschunterricht: „An der Zeche Zollverein merkt man erst die Trostlosigkeit und Einsamkeit – das konnte ich nachvollziehen wie in den expressionistischen Gedichten, die wir gelesen haben. Aber auch die Villa Hügel war sehr eindrucksvoll, und der glühende Stahl."
Dass an allen drei Stationen eine Führung bereitstand, war der vorausschauenden Planung der begleitenden Lehrkräfte Herr Gursky, Frau Landwehr, Herr Küpper und Herr Lauxtermann zu verdanken. Auch die Wege legten wir komplett mit dem öffentlichen Nahverkehr zurück, wobei wir mehrfach von der S-Bahn in die Straßenbahn und in den Bus umstiegen – ganz so, wie es im dicht vernetzten Ruhrgebiet zum Alltag gehört. Müde, aber voller neuer Eindrücke erreichten wir Osnabrück am Dienstagabend kurz nach 21 Uhr.